Ein Kult um das Volk im 16. Jahrhundert

04.01.2024

Warum 500 Jahre Bauernkrieg kein Anlass zum Feiern sind

Das an den Haaren herbeigezogene 175-Jahre-"Jubiläum" mit vielerlei posthumer Ehrung für eine Bande von Antisemiten, Fremdenfeinden und Katholikenhassern, die sich einen rassenreinen deutschen Ethnostaat erkämpfen wollte und trotz gleicher Farben Gott sei Dank nichts mit dem Staat von 1949, dafür sehr viel mit 1933 zu tun hat, ist vorüber – und schon steht die nächste "Heldenfeier" drohend in den Startlöchern.

1524/25 ähnelt in der Tat sehr stark 1848. Beide Gewaltausbrüche hatten nichts mit einem gerechten Kampf für Freiheit (etwa für das Individuum oder benachteiligte Minderheiten) zu tun, in beiden Fällen sah sich der nicht-extremistische Bevölkerungsteil hauptsächlich mit herumziehenden Schlägerbanden konfrontiert, die Parolen über die ideale Volksgemeinschaft grölten und jeden ideologisch vereinnahmten Mitmenschen zum Mitkämpfen zwingen wollten, nachdem sie seine Vorräte für die "Sache des Volkes" geplündert hatten. Und in beiden Fällen war die Gegenseite ein nicht minder unsympathischer Haufen tyrannischer Gestalten, die es partout nicht schafften, ihre Mitmenschen in Ruhe und Frieden leben zu lassen. Kämpfe um Macht sind eben naturgemäß Kämpfe unter bösartigen Sündern.

Was war der Bauernkrieg? Modernisierungsverlierer wandelten in religiösem Wahn ihren reaktionären Aufstand für vormalige Privilegien um in einen utopistischen Aufstand für einen totalitären Gottesstaat. Nationalistische und marxistische Historiker späterer Jahrhunderte wollten darin dann einen Kampf für demokratische Erneuerung sehen. Die mit "ungesund" noch zu harmlos charakterisierte heutige Begeisterung für Revolutionen (Hauptsache, es kracht schön…) ist von der nationalistischen Geschichtsschreibung geschaffen und entspricht einer allgemeinen modernen Mentalität, sich einer zukünftigen Idealwelt nahe sehen zu wollen. Die eschatologische Ausrichtung der Aufständischen 1524/25 (die bekanntlich nicht nur Bauern waren – und zwar besitzende, die etwas verloren hatten, weniger besitzlose, die sowieso nichts verlieren konnten –, sondern auch z.B. entmachtete Ritter und Bürger landsässiger Städte) wies hier in der Tat in die Zukunft, allerdings in einen Irrweg. Ein mächtiger Topos wurde begründet: das "gute Volk" werde von einer kleinen Gruppe ausbeuterischer Mächtiger unterdrückt und in Ketten gehalten. Befreiung verspricht paradiesische Zustände wie von Mutter Natur (bzw. einem prämillenialistischen Gott) gedacht.

Der "Fortschritts"-Begriff lässt sich auf die Aufständischen beim allerbesten Willen nicht anwenden. "Fortschrittlich" waren ihre Gegner. Die Fürstenpartei hatte seit einigen Jahrzehnten Maßnahmen ergriffen, die tatsächlich unmittelbaren Modernisierungscharakter hatten. Staatsgewalt verdichtet, die Territorialisierung von Macht und Recht vorangetrieben, Partikulargewalten (Ritter, Grundherren, landsässige Kleinstädte usw.) ausgeschaltet. Die Fürsten hatten die jahrhundertelangen Machtkämpfe des Mittelalters, in denen de facto der Stärkere das Recht für sich beanspruchte, gewonnen und somit die Neuzeit eingeleitet. Zur Sicherung des "Landfriedens" sollte künftig niemand mehr das Recht in die eigene Hand nehmen (zum Teil freilich ein humanistisches Zerrbild der gerade auch von geistlicher arbitrage geprägten mittelalterlichen Verhältnisse zugrundelegend), zentrale fürstlich getragene Gerichte sollten alles klären und regeln – nach römischem Recht (wie es noch heute z.B. Grundlage des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist und damit wichtige Stütze unseres Rechtssystems; die letzten, die von einer Wiedereinführung "altgermanischen" Gewohnheitsrechts träumten, waren passenderweise die Nazis).

Neue Macht steigt zu Kopf, und die Fürsten übertrieben es offensichtlich mit ihrer Regulierungs- und Steuerungswut, es sich dabei gerade mit der Landbevölkerung verscherzend, die z.B. (neben Erbpacht und Allmenden usw.) Jagd- und Fischereirechte verlor und welcher massenhaft neue Frondienste und Abgaben angesichts des enorm vergrößerten fürstlichen Machtapparats auferlegt wurden. Antifeudal war der dagegen gerichtete Protest logischerweise nicht, im Gegenteil haben aus Sicht der Verlierer die Fürsten das (per se als gut betrachtete) "Alte Recht" gebrochen[1]. So gab es im südwestdeutschen Raum in den Jahren 1502, 1513, 1514 und 1517 reaktionäre Bauernaufstände, welche die gerade stattfindende verfassungsrechtliche Revolution bekämpften. Diese ließ sich aber nicht aufhalten. Mit Einführung der Reichsmatrikel 1521 wurde festgelegt, wer überhaupt Reichsunmittelbarkeit beanspruchen durfte. Ritterlicher Adel fiel dabei heraus, auch diverse Städte, die sich vorher als reichsunmittelbar betrachtet hatten. Die Ritter wurden von den Fürsten vollständig abhängig; meistens endeten sie als landesherrliche Beamte und zogen als niederer Adel in die Städte, die ihrerseits diverse Freiheiten und Privilegien verloren. Missstimmung allerorts.

Mit Verlauf der religiösen Unruhen der Reformation (welche zumindest in ihrer lutherischen Ausprägung den Fürsten sehr gelegen kam – unter vielem anderen, weil in ihrem Machtkampf mit dem Kaisertum letzteres der gesamtkirchlichen Legitimationsgrundlage beraubt wurde[2]) nahm der Widerstand selbstredend nicht ab, konnte aber von der Zeiterscheinung, dass sich nun jeder für einen Bibelexperten hielt, nicht unbeeinflusst bleiben, wodurch sich sein Charakter änderte. Im Juni 1524 protestierten mal wieder Bauern unter anderem gegen Frondienste und Abgaben und für freie Jagd und Fischerei, diesmal in der Landgrafschaft Stühlingen, und als Verhandlungen mit der Herrschaft zu nichts führten, wählte man im Juli den ebenso gewalttätigen wie wortgewandten Hans Müller von Bulgenbach zum Anführer für einen militärischen Aufstand. Jener verbündete sich sogleich mit der vorderösterreichischen Stadt Waldshut, wo Pfarrer Balthasar Hubmaier im Frühjahr 1523 die Reformation Züricher Prägung eingeführt hatte. Offensichtlich war man der neuen Lehre gegenüber durchaus offen, sonst wäre das ein Tabu gewesen[3]. Hubmaier kam das Bündnis gegen seinen eigenen Landesherrn gerade recht. Die Stühlinger Bauernschaft war jedoch gespalten, nicht zuletzt angesichts der wenig zimperlichen Rekrutierungsmethoden des radikalen Müller. Im Oktober begann sodann der Aufstand im Klettgau, der traditionell unter starkem Züricher Einfluss stand. In Grießen wirkte damals der reformatorisch gesinnte Prediger Hans Rebmann; in Folge seiner Agitation schlossen sich viele Einwohner Müller an. Einige konnte der seit 1516 in der Reichsacht stehende Ulrich von Württemberg (er hatte u.a. den Ehemann seiner Geliebten ermordet), 1523 die reformatorischen Lehren angenommen habend, für seine rein egoistischen Rückeroberungspläne gewinnen, für die er den Unmut der Aufständischen instrumentalisierte. Im Spätherbst 1524 hielt sich zu allem Überfluss auch noch Thomas Müntzer, gerade auf "Missionsreise" für sein radikales Schwärmertum, für mehrere Wochen in Grießen und Umgebung auf. Er hat die Gegend bereits im Aufstand vorgefunden und wollte ebenfalls die Entwicklung für eigene Ziele nutzen. Müntzer war offensichtlich ein Wahnsinniger, ein Sektenguru, der glaubte, Werkzeug des Heiligen Geistes zu sein und den Leichtgläubigen ("Auserwählten") erzählte, das Tausendjährige Reich sei nahe und dann gäbe es keine Tyrannen mehr, nur noch Gleichheit unter den Christen. In Thüringen sollte er später, Jim-Jones-mäßig, Tausende Anhänger in den Tod führen, sie unter Heilig-Geist-Beschwörungen in eine völlig aussichtslose Schlacht schickend. Der völlig irrational gewordene Charakter der Aufstände zeigte sich schon in der weitverbreiteten Erwartung endzeitlicher Ereignisse. Es gab damals Flugschriften aus dem astrologieaffinen Milieu, die noch für das Jahr 1524 eine große Sintflut prophezeiten. Im Juli war der Klettgau zweimal von schweren Hagelunwettern heimgesucht worden, das Getreide war völlig zerstört, dementsprechend kam es zu massiver Teuerung, was das allgemeine Gefühl sicher begünstigt hat, man stehe unmittelbar am Ende einer Epoche, ein göttliches Eingreifen sei nahe und jenen günstig, die dem "reinen Evangelium" anhängen. Im Klettgau ließen sich nun auch einige aus Zürich verbannte Anhänger der Täufertheologie nieder. Zürich distanzierte sich klar und missbilligte den Aufstand. Stattdessen verbündete sich nun die Stadt Waldshut unter der Führung Hubmaiers mit den aufständischen Klettgauern, was endgültig den Bruch auch der Waldstadt mit Zürich besiegelte. Die Stühlinger dagegen waren bereits ihrem Anführer Müller zu lasch geworden, der nun lieber im Hauensteinischen die Waldbewohner aufhetzte; wer nicht mitmachen wollte, wurde von ihm "gebannt". Dort und im Klettgau half Waldshut aktiv militärisch, sprich: man sandte Gewalttäter für Plünderungen aus (bevorzugt auf Gütern, die zum Kloster St. Blasien gehörten). 

In der Stadt radikalisierte man sich weiter, spätestens im März 1525 trat auch Hubmaier zum Täufertum über. In der Karwoche ließ er einen Bildersturm in der Pfarrkirche durchführen, beispielsweise wurden alle Nebenaltäre zerstört und die Trümmer in den Rhein geworfen. Auch in Dogern wurden damals unter dem ebenfalls reformierten Pfarrer Ulrich Wagner alle Heiligenbilder und katholisches Kirchengerät zerstört. Am Osterfest selbst geschah dasselbe auch in Weilheim, wo Bilder und Altäre verbrannt wurden; einige Einwohner haben die Kirche aber gegen den Mob verteidigt, so wurde ein Bild des heiligen Martin von einem Indlekofer Einwohner gerettet. Berühmt ist auch der Widerstand der Eschbacher Einwohner, die einen Bildersturm in ihrer Kapelle verhindern konnten. Bilderstürme zur Osterzeit fanden auch an andern Orten des Aufstands statt, vielerorts wurde Statuen geköpft, z.B. in St. Blasien kam es auch zu Sakramentschändungen. Die enge Verbindung mit religiösen Fragen wirkte sich zunehmend als Hemmnis für die Bewegung aus.

Die Forderungen der Aufständischen verwiesen zwar weiterhin auf das "Alte Herkommen", neu hinzu kam aber (im Klettgau bereits im Januar 1525) das Göttliche Recht, an dem nun alles gemessen wurde – ohne dazu freilich die alte Kanonistik einzubeziehen (wie es das rezipierte Römische Recht, auch das Naturrecht integrierend, durchaus tat – es handelte sich gerade nicht um ein "Willkürrecht"). Selbst die vergleichsweise gemäßigten 62 Artikel der (inzwischen offen reformierten) Stühlinger, die im April vorgelegt wurden, weisen die Tendenz auf, erstmal alle Ansprüche der Herrschaft grundsätzlich in Frage zu stellen und danach zu bewerten, wie "gerecht" sie waren. Das Problem: völlige Willkür. Ist beispielsweise wirklich jegliches Verbot der Wilderei dem "göttlichen Wort zuwider"? Ist wirklich der Zehnte im Neuen Testament abgeschafft? Es wurde versucht, eine theokratische Idealgemeinde aufzurichten (wie sowas "erfolgreich" verläuft, war einige Jahre später in Münster zu bewundern), zwangsläufig die eigene Lesart der Bibel absolutsetzend. 

Müller legte im Mai, als er ganze Städte zum Beitritt zu seiner "Christlichen Bruderschaft" nötigen wollte, Artikel vor, wonach jeder Unwillige als "gebannt" seine Rechte verliere (auch dürfe niemand mit einem solchen mehr irgendein Geschäft eingehen usw.). Dabei sind z.T. dieselben Formulierungen verwendet, die man auch bei Hubmaier auf der religiösen Ebene findet; jener war der erste Theologe, der Bann und Gemeindezucht ins Zentrum seiner Verkündigung stellte und von einigen Forschern (selbst täuferischen) als Haupt einer "täuferischen Staatskirche" charakterisiert wird. Aus Waldshut waren alle altgläubigen Geistlichen vertrieben worden, wer nicht mitzog, wurde vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.

Eine nun nahezu überall auftretende, radikalreformatorische Forderung war, jede Gemeinde solle selbst ihren Pfarrer wählen[4] – was nicht etwa ein modernes Freikirchentum begründen, sondern weltliche und geistliche Gewalt in dieselbe Hand legen wollte, nämlich die der Ortsgemeinde (die selbstverständlich restlos demselben "wahren" Glauben anzugehören habe). Jene sollte nach dem Wunsch der Aufständischen, die "christliche Urgemeinde" idealisierend und mit der Struktur der real vorgefundenen Kirche radikal brechend, größtmögliche Autorität, eben auch in religiösen Fragen bekommen. Ein Kult um die "autonome" Gemeinde, als eine lokale, gleichförmige Gemeinschaft "erweckter" Christen, die sich sowohl in kirchlichen als auch in weltlichen Belangen von niemandem hineinreden lässt. Wahnsinnig "fortschrittlich".

Neben der Stärkung der Gemeinden und Gemeindegerichte (fürstliche Gerichte spielten im zu erstreitenden Traumreich keine Rolle mehr) wurde eine Zentralisierung des Reichs gefordert, etwa zur effizienten Durchsetzung antikapitalistischer Wirtschaftsreformen (z.B. Aufhebung der Handelsgesellschaften). Der Kaiser sollte der Einzige sein, der das Recht zur Steuererhebung hätte, Fürsten würden zu Reichsbeamten.

Bekanntlich scheiterte diese Revolution, doch bekam der deutsche Bauer wenige Jahre nach dem 400. Jubiläum dann ja doch noch, was er wollte – so sah es zumindest die NS-Propaganda. Zum ersten Reichsbauerntag 1934 erklärte Reichsbauernminister Darré, die "nationalsozialistische Revolution Adolf Hitlers" habe den Bauern "mit seiner Scholle wieder verwurzelt und ihn aus den Fesseln einer unseren Lebensgesetzen unerträglichen liberalkapitalistischen Wirtschaftsordnung befreit" sowie ihm "wieder ein Bauernrecht gegeben, das deutsch ist und nicht römisch", wofür die Ahnen noch vergeblich gekämpft hätten. Auch der alte Traum vom "schlagkräftigen" deutschen Zentralstaat wurde realisiert. Aus maßlos übertriebenen Opferzahlen (alles natürlich gleichsam unbewaffnete Sitzstreikende) wurde geradezu ein frühneuzeitlicher Völkermord am deutschen Bauern durch die bösen Volksverräter konstruiert (als seien die Fürsten der Ansicht gewesen, die Feldarbeit mache sich von allein); die Führerparole "Gemeinnutz vor Eigennutz!" sei hingegen bereits leitend für den Widerstand gegen das "volksfremde Recht" gewesen. Die allgemeine Vorstellung vom Konflikt war (und ist in der breiten Bevölkerung im Prinzip bis heute): die bodenständig verwurzelte Gemeinschaft hält zusammen gegen das böse Fremde (der römische Imperialist und die wenigen einheimischen Profiteure, der Papismus, der Welthandel…), das schuld am Verlust eines Idylls sei.

Ein Sgraffito in Tiengen aus der NS-Zeit (siehe Foto) erinnert an den Bauernkrieg. Hans Müller erscheint dort als "Volksführer Altdeutschlands" im Kampf gegen das "undeutsche Recht". Diese Wortwahl hatte einen aktuellen Bezug. In der NS-Propaganda war der NS-Staat das "Neue Deutschland", mit einem neuen Führer, der wiederum das Volk (und insbesondere den Bauernstand) vor den fremden Ausbeutern schütze. Es fällt auf: der religiöse Aspekt des Krieges wird auf dem Bild völlig unterschlagen, selbst von der Bundschuh-Fahne ist jede religiöse Symbolik getilgt – das passte nicht zum Volksgemeinschafts-Ideal. Und doch war es gerade die religiös-reformatorische Motivation, die aus dem Aufstand einen ideologischen machte, in dem man nicht nur die alten Rechte zurückhaben wollte, sondern von einem neuen Gemeinschaftsgeist träumte, der die Wurzel aller totalitär-übergriffigen Gelüste ist.


[1] Dabei war die flächendeckende Anwendung des internationalen Römischen Rechts unter Expertenaufsicht noch das Beste am Ausbau der Landesherrschaft, der ansonsten vor allem bedeutete, dass nun bei Konflikten eine Partei zum Machtfaktor wurde, deren Interesse weniger der Rechtsfindung galt als der Unterwerfung. Widerstand gegen daraus folgende Missbräuche der neuen Rechtspraxis war gerechtfertigt, doch war das "Alte Recht" nicht per se gerechter – allein schon, weil konkrete "alte" Rechte kaum mehr nachweisbar waren und Urkundenfälschung wie Meineid in Blüte standen.

[2] Allerdings hatte sich bekanntlich schon vor der Reformation Maximilian I aus diesem Zusammenhang gelöst; er ließ sich demonstrativ nicht vom Papst zum Kaiser krönen, sondern schuf das Konstrukt des "Erwählten Römischen Kaisers", womit das Reich selbst, in Gestalt des Kurkollegs, zur Legitimationsgrundlage des Kaisertums wurde. Karl V musste sich dann bereits an eine Wahlkapitulation binden, war damit dem Kurkolleg verpflichtet; das Reich hatte immer mehr den Charakter einer Fürstenrepublik bekommen. Es war letztlich die persönliche Machtfülle Karls V (zugleich Herrscher des spanischen Weltreichs und somit damals der mächtigste Mann der Welt), die verhinderte, dass diese Entwicklung mit aller Konsequenz weiter voranschritt.

[3] Wenige Tage vor dem Bündnisschluss in Waldshut war z.B. im Thurgau die Kartause Ittingen von mehreren Tausend Mann, reformatorisch gesinnt, überfallen und niedergebrannt worden, die Stimmung war also mehr als gespannt.

[4] Die Pfarrgemeinde tritt erst seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil überhaupt als eigenes kirchenrechtliches Subjekt auf, vorher war sie in der katholischen Kirche einfach die Summe der Gläubigen in einem bestimmten Sprengel im Rahmen der Diözese, also quasi das seelsorgerische Objekt.

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